Agilität beginnt im Kopf

Der "New Work" Ansatz verändert die Art, Produkte zu entwickeln.

"New Work" ist in aller Munde und viele Unternehmen bekennen sich dazu. Doch jenseits von Tischkicker, hipper Büroeinrichtung und Obstkorb breitet sich verschiedenen Studien zufolge der Ansatz in den deutschen Unternehmen nur langsam aus – und es gibt große Unterschiede zwischen den Branchen. Der Automotivesektor gehört dabei eher zu den Nachzüglern.

Eine Ausnahme ist die Regensburger iNTENCE automotive electronics GmbH, ein Spezialist für die Entwicklung softwareintensiver Systeme für die Automotivebranche. Das 2006 gegründete Unternehmen hat Elementedes New-Work-Ansatzes schon früh adaptiert und laufend um weitere ergänzt. Heute wird bereits in vielen Projekthäusern des Unternehmens, wie die thematischen Organisationseinheiten bei iNTENCE genannt werden, nach den Prinzipien von New Work gearbeitet. Der Sammelbegriff vereint verschiedene Ansätze und wurde als Gegenentwurf zur alten Arbeitswelt geprägt, die für Leistungsvorgaben und starre Strukturen steht. Grundprinzipien von New Work hingegen sind Agilität, Flexibilität, flache Hierarchien und Digitalisierung.

Arbeitswelt im Umbruch

Doch warum sollten Unternehmen eigentlich New Work angehen? Für Florian Schäffer, Leiter Automotive Qualitätsmanagement bei iNTENCE, ist New Work die Antwort auf den strukturellen Wandel der Arbeitswelt, der sich seit einigen Jahren vollzieht. "Auch die Automotivebranche wird gerade komplett umgebaut und auf die Zukunftsthemen Elektromobilität, Vernetzung und autonomes Fahren ausgerichtet. Dieser Transformationsprozess verändert auch die Art zu arbeiten und Produkte zu entwickeln", sagt Schäffer. Während bis vor Kurzem die Entwicklung eher monolithisch erfolgt sei, also im Schnitt drei Jahre nach einem vordefinierten Konzept und ohne größere Feedbackschleifen an einem System gearbeitet wurde, setze man heute immer mehr auf agile Methoden, auf die Entwicklung in Modulen und auf kontinuierliche Reflexion, so Schäffer. Das erfordere jedoch eine andere Rollenverteilung innerhalbdes Teams. Der Entwicklungsprozess werde nicht mehr von einem Vorgesetzten vorgegeben, sondern vom Team selbst organisiert und verantwortet. (...)

Link zum Artikel
Wirtschaftszeitung, Oktober 2019

« zurück zur Übersicht
2020 © intive automotive GmbH